Umweltminister besucht die Merte-Metzgerei

 

Schmallenberg. Johannes Remmel informiert sich über die Produktionsbedingungen bei der Schmallenberger Firma Merte.


Besuch aus Düsseldorf hat Metzgermeister Bernd Willmes in seinem Betrieb im Gewerbegebiet Lake empfangen: Umweltminister Johannes Remmel hat sich über die Produktionsprozesse in der Metzgerei Merte informiert.


Anlass war die Auszeichnung "Meister-Werk NRW". Sie geht an Handwerksbetriebe, die sich stark vor Ort engagieren und auf Regionalität setzen. "Das, was Sie machen, ist Handwerkskunst im besten Sinne des Wortes", lobte Remmel.


Familientradition
Merte schaffe regionale, kulinarische Produkte von hoher Qualität, die Identität und Heimat vermittelten. Zudem gehe es um die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und regionale Zusammenarbeit zum Aufbau stabiler Wertschöpfungsketten.

„Ich führe das Unternehmen in dritter Generation“, erklärte Metzgermeister Bernd Willmes. „Gegründet wurde es 1900 von meinem Urgroßvater.“ Das Stammhaus des Familienunternehmens liegt in der Kernstadt an der Weststraße, im Gewerbegebiet Lake werden die Wurstwaren und sonstigen Lebensmittel für alle Filialen sowie das Catering produziert. Etwa 120 bis 150 Schweine und zehn Rinder werden dort pro Woche weiterverarbeitet.

Willmes betonte, dass er abgesehen von einigen Gewürzen und etwa argentinischem Rindfleisch (für die Gastronomie) alle Rohstoffe aus Nordrhein-Westfalen beziehe und sie auch in der Region vermarkte. „Ich hoffe, dass das ein Trend ist, der sich auch verfestigt“, sagte er.


Interessierte Verbraucher
Genau diese Strategie soll die Auszeichnung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz fördern. Das regionale Lebensmittelhandwerk übernimmt laut Ministerium in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wichtige soziale Aufgaben und Funktionen, zum Beispiel als Nahversorger, Arbeitgeber oder Ausbilder. „Das Lebensmittelhandwerk hat mit seinen vielen Betrieben eine wichtige Bedeutung für Nordrhein-Westfalen, weil es die handwerkliche Produktion bewahrt“, so Remmel.

Mit dem Titel „Meister-Werk NRW“ sollen die Leistungen des Lebensmittelhandwerks anerkannt und stärker in der öffentlichen Wahrnehmung verankert werden. Remmel betonte, dass Verbraucher sich zunehmend dafür interessieren, was sie kaufen, woher die Produkte kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden.


Regionale Erzeugung
„Vor allem regional erzeugte Lebensmittel gewinnen immer mehr an Bedeutung“, sagte er. „Handwerkliche Lebensmittelherstellung ist mehr, als nur Zutaten zusammenzurühren. Dahinter verbirgt sich profundes Wissen und lange Tradition.“ Die Metzgerei Merte sei dafür ein gutes Beispiel.


Text + Foto: Katrin Clemens, Westfalenpost 09.04.2016